Es war ein lebhafter Tag im Hotel K1 in Weimar. Touristen strömten durch die Türen, und Aletta und Rico taten ihr Bestes, das geschäftige Treiben unter Kontrolle zu halten.

„Ich weiß nicht, was los ist, aber die Kleine sieht aus, als hätte sie gerade einen Vertrag mit Goethe höchstpersönlich unterschrieben.“

flüsterte Aletta zu Rico, als eine Familie mit einem ungewöhnlich ernsten Mädchen eincheckte.

Emma, höchstens sieben Jahre alt, sprach den ganzen Tag kein Wort – bis sie plötzlich wieder an der Rezeption stand.

„Es ist unter dem Bett.“

Aletta beugte sich zu ihr hinunter.

„Was ist unter dem Bett, Schatz?“

„Das Monster.“

Rico, der zufällig vorbeikam, blieb sofort stehen.

„Ein Monster? Das klingt ernst. Was macht es denn?“

„Es knurrt. Und es hat leuchtende Augen. Ich hab’s gesehen.“

Aletta und Rico tauschten einen Blick. Am Ende nickte Aletta entschlossen.

„Na gut. Dann sehen wir uns das Monster gemeinsam an.“

Zusammen betraten sie das Zimmer der Familie. Emma marschierte entschlossen zum Bett und zeigte darunter.

„Da! Da ist es!“

Rico kniete sich hin, lugte vorsichtig darunter – und sah zunächst nur Schuhe und Staub.

„Ich sehe nichts… Moment, ich brauche Licht.“

Er schnappte sich eine Taschenlampe und leuchtete darunter. Dann riss er gespielt die Augen auf.

„Aletta! Ich sehe es! Es ist haarig… und es wackelt!“

Emma hielt den Atem an. Aletta drehte sich überrascht um.

„Was? Wirklich?“

„Ja – und jetzt brauchen wir unsere mutigste Monsterjägerin!“

Rico drückte Emma die Taschenlampe in die Hand.

„Du bist viel mutiger als wir. Schau mal nach.“

Emma ging in die Hocke, leuchtete unter das Bett… und hielt inne.

„…Es ist… nur ein Staubsauger.“

Rico lachte erleichtert. Aletta schüttelte schmunzelnd den Kopf.

„Der berühmte Staubsauger-Monster-Trick. Klassiker.“

„Aber keine Sorge“,

sagte Aletta warm. „Wir sind die besten Monsterjäger weit und breit. Unter unseren Betten gibt es keine echten Monster.“

Emma lächelte endlich – und das erste Mal an diesem Tag wirkte sie richtig erleichtert.

„Also wirklich keine Monster hier?“

„Nur Rico, wenn er keinen Kaffee hatte.“

antwortete Aletta trocken, woraufhin Rico empört die Augen aufriss.

Am nächsten Morgen strahlte Emma beim Auschecken.

„Ich habe so gut geschlafen! Danke, dass ihr das Monster verjagt habt.“

„Jederzeit, Monsterjägerin.“

sagte Rico und schenkte ihr eine kleine Taschenlampe als Mutabzeichen.

„Wenn wir wieder Hilfe brauchen, rufen wir dich.“

Als die Familie das Hotel verließ, lachte Aletta.

„Ein Staubsauger als Monster – das werde ich nie vergessen.“

„Sei froh, dass es kein echter Staubhase war. Die sind wirklich gefährlich.“

zwinkerte Rico.

Und so endete das Abenteuer des Monsters im Hotel K1. Zumindest für diesen Tag. Wer weiß, welche Geschichten noch unter den Betten lauern?