Es war ein regnerischer Herbstmorgen im Hotel K1 in Weimar. Aletta stand in der Küche und starrte auf die Kaffeemaschine, als wäre sie ein rätselhaftes Hightech-Gerät aus einem Science-Fiction-Film. Rico, ihr unverzichtbarer Held der Haushaltsgeräte, war für eine Woche nach Berlin gereist. Und so blieb Aletta allein zurück – mit Hektor, dem Kater, und der rebellischen Kaffeemaschine.
„Wie schwer kann es schon sein, eine Kaffeemaschine zu bedienen…?“
murmelte sie und zog entschlossen den Metallhebel. Die Maschine fauchte – und explodierte gefühlt in alle Richtungen.
„Oh nein! Nicht schon wieder!“
Hektor beobachtete sie ungerührt von der Fensterbank aus.
Am Dienstag folgte das nächste Drama: Die Frühstückseier waren spurlos verschwunden. Aletta starrte in eine völlig leere Kiste.
„Ich habe gestern noch zwei Dutzend hier reingelegt…“
Hektor blinzelte – eindeutig verdächtig.
„Wenn du die Eier gefressen hast, bekommst du nur noch Trockenfutter.“
Am Mittwoch rebellierte die Spülmaschine. Beim Starten überflutete sie die halbe Küche. Aletta kniete mit einem Eimer am Boden und kämpfte gegen die Flut.
„Ricoooo… warum bist du nicht hier?!“
Doch trotz allen Chaos lief das Hotel weiter. Die Gäste wurden versorgt – auch wenn das Frühstück am Dienstag eher improvisiert war. Aber etwas fehlte. Das gemeinsame Lachen. Die wortlosen Blicke. Ricos ruhige Art.
Am Freitagmorgen stand plötzlich ein Umschlag auf der Rezeption. Ricos Handschrift. Aletta setzte sich und öffnete ihn vorsichtig.
„Liebe Aletta,“
„du wirst diesen Brief lesen, während du das Hotel wie eine Superheldin managst. Ich weiß genau, wie du dich durch Chaos kämpfst und denkst, du würdest alles falsch machen – obwohl du in Wahrheit alles besser hinkriegst als ich.“
„Ich bin dir unendlich dankbar. Du hältst das K1 am Laufen, selbst wenn ich weit weg bin. Jede Kleinigkeit, die du meisterst – Frühstück, Gäste oder sogar die Kaffeemaschine – zeigt mir, wie stark und wundervoll du bist.“
„Ich vermisse dich. Und bitte kämpf nicht zu sehr mit der Kaffeemaschine. Sie mag dich eigentlich.“
„In Liebe, dein Rico.“
Tränen sammelten sich in Alettas Augen, während sie den Brief senkte. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihr aus.
„Rico… du alter Romantiker.“
Sie hob ihre Kaffeetasse und prostete der Küche zu.
„Ich rock das hier, bis du zurück bist. Aber wehe, du vergisst den Champagner.“
